Erasmus+-Projekt „Ökologie und Kultur” zwischen Pohlheim und Guadeloupe
Im Rahmen des Erasmus+-Projekts „Ökologie und Kultur” reisten acht Schülerinnen und Schüler der Adolf-Reichwein-Schule in Begleitung der Lehrkräfte Alicia Feregrino und Susanne Boncek, des Schulsozialarbeiters Aaron Schmalenberg sowie der Teilhabeassistentin Christina Schumann nach Guadeloupe, einer zu Frankreich gehörenden karibischen Insel. Gastgeber waren Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte des Lycée Baimbridge, die organisatorisch von Yannick Bordin, Lehrer für Spanisch und Französisch, geleitet wurden. Das Projekt profitierte von den unterschiedlichen kulturellen Perspektiven und Sprachkenntnissen beider Gruppen und förderte einen lebendigen interkulturellen Austausch.
Das Leitthema „Ökologie und Kultur“ verband Umweltschutz mit dem Erleben von Tradition und Geschichte. Ziel war es, nachhaltiges Handeln zu fördern und kulturelles Erbe erlebbar zu machen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Inklusion. Die Jugendlichen arbeiteten in gemischten Teams, überwanden sprachliche und kulturelle Barrieren und stärkten ihr Bewusstsein für Teilhabe.
Während des zehntägigen Erasmus+-Projekts erwartete die deutsch-französische Erasmus+-Gruppe ein abwechslungsreiches Programm: Sprachunterricht in Spanisch und Englisch, ökologische Aktivitäten, Exkursionen zu historischen und kulturellen Stätten sowie kreative Workshops. Alle Angebote waren so konzipiert, dass auch Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf aktiv eingebunden werden konnten.
Zum Auftakt wurden die deutschen Gäste auf dem Schulhof des Lycée Baimbridge mit Musik und Tanz herzlich empfangen. Kennenlernspiele in „Bàt 2” erleichterten das Zusammenfinden und schufen eine offene Atmosphäre für die gemeinsame Arbeit.
In der folgenden Woche nahmen alle Teilnehmenden an einer Baumpflanzaktion zum Schutz von Umwelt und Biodiversität im Nationalpark Guadeloupe teil. Die gewonnenen Eindrücke wurden anschließend in der französischen Schule schriftlich verarbeitet und in englischsprachigen Artikeln dokumentiert. Bei einem traditionellen Frühstück lernten die deutschen Gäste kulinarische Spezialitäten wie Didiko-Kuchen und Chodo kennen. Im Theaterunterricht entwickelten Kleingruppen außerdem Sketche zu den Themen Nachhaltigkeit und Integration.
Auch die kulturelle Praxis war ein wichtiger Bestandteil des Programms. Im Rahmen eines Workshops wurden die Teilnehmenden in den traditionellen Gwoka-Tanz und die charakteristischen Trommelrhythmen der Insel eingeführt. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, die karibischen Rhythmen selbst auszuprobieren. Zusätzlich erhielten sie von einer professionellen Tänzerin Einblicke in die Kunst des Gwoka. Besonders eindrücklich war die enge Verbindung von Bewegung und Trommelspiel, bei der die Trommlerinnen und Trommler den tänzerischen Impulsen folgten.
Bei den Naturerkundungen besuchte die Gruppe den Mangrovenwald „Kassav” bei Sainte-Rose. Dort wurde die ökologische Bedeutung der Mangroven für Flora, Fauna und Küstenschutz anschaulich vermittelt. Bei einer weiteren Exkursion zur Pointe des Châteaux erfuhr die Gruppe mehr über die Trockenzonen und die kalkhaltigen Böden Guadeloupes. Abgerundet wurde das Programm durch Besuche am Strand von Malendure bei Bouillante und an den Ecrevisses-Wasserfällen, wo das feucht-tropische Klima Guadeloupes unmittelbar erfahrbar war. So lernten die Schülerinnen und Schüler die wichtigsten Klimazonen der Insel kennen.
Den Abschluss bildete ein stimmungsvolles Fest mit den Eltern der französischen Teilnehmenden. Dabei fanden eine gemeinsame Projektevaluation sowie ein Erfahrungsaustausch zum interkulturellen Lernen statt.
Die Begegnung machte deutlich, dass die Übernahme von Verantwortung für die Umwelt und die Wertschätzung kultureller Vielfalt Hand in Hand gehen, wobei Inklusion als verbindendes Prinzip gelebt wurde. Nach zwölf intensiven Tagen kehrte die Gruppe mit vertieftem Wissen über Ökologie und Kultur, verbesserten Sprachkompetenzen, neuen Freundschaften und einem gestärkten europäischen Bewusstsein nach Hause zurück.
Alicia Feregrino-Langer