Erasmus+-Projekt an der ARS mit der CPEIP Paderborn-Lezkairu:

Eine Woche voller Sprache, Kultur und Lernen

Im April 2026 war die ARS Pohlheim Gastgeberin für eine Gruppe von Sechstklässlerinnen und Sechstklässlern der CPEIP Paderborn-Lezkairu aus Pamplona. Gemeinsam erlebten die Gäste Unterricht, Kultur und Geschichte – ein intensives Lernabenteuer im Rahmen von Erasmus+.

Die Gastschülerinnen und -schüler lernen in Pamplona Deutsch als Erstsprache. Untereinander verständigten sich alle Teilnehmenden auf Deutsch, Englisch und Spanisch – ideale Voraussetzungen für ein interkulturelles Erasmus+-Projekt.

Nach einem offiziellen Empfang in unserer Schule nahmen die Gäste an mehreren Unterrichtstagen an der ARS teil. Sie lernten den schulischen Alltag kennen und verglichen spanische und deutsche Lernformen, Fächer und Schulkulturen. Besonders beeindruckt waren die spanischen Gäste vom Fach „Freies Lernen“, in dem Schülerinnen und Schüler lernen, wie man lernt. In den Pausen begeisterte außerdem der Schulgarten mit seinen Hühnern und Kaninchen – eine willkommene Abwechslung, bei der die Verantwortung für Tiere an der ARS praktisch erlebt werden kann.

Ein besonderer Höhepunkt war der Projekttag „Eine Reise ins Land der Märchen – die Brüder Grimm“ in Marburg. Die Exkursion verband Literatur mit ihrem historischen und geografischen Kontext. Viele Kinder kannten bislang vor allem Disney-Adaptionen. Die ARS-Lehrerinnen Alicia Feregrino und Julia Grützmacher stellten die Originalfassungen der Brüder Grimm vor, zum Beispiel „Der Fischer und seine Frau“ oder „Sterntaler“. Es entstanden bewegende Momente, als die Gäste den Originalerzählungen zuhörten und sich von den Geschichten berühren ließen. Auf dem Brüder-Grimm-Pfad in Marburg besuchte die Gruppe Stationen zu Märchen wie „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“, „Der Froschkönig“ und „Hänsel und Gretel“. Indem die Lernorte sichtbar und greifbar wurden, entstanden bedeutsame Lernmomente. Die gesamte Erasmus+-Gruppe erweiterte ihr Wissen, entwickelte Neugier und gewann Wertschätzung für mündliche und schriftliche Erzähltraditionen – ein Beitrag zur Pflege des europäischen und weltweiten Kulturerbes.

Auch der Besuch in Frankfurt am Main verband Stadterkundung mit Kultur und Geschichte. Die Gruppe fuhr auf den Main Tower, unternahm eine Bootstour auf dem Main und betrachtete die Stadt aus verschiedenen Perspektiven. Beim Probieren traditioneller Speisen wie Frankfurter Würstchen sowie beim Besuch eines Biomarkts entdeckten die Schülerinnen und Schüler regionale Produkte wie schwarze Karotten, verschiedene Apfelsorten und Meerrettich.

Im Sinne der Digitalisierung setzten die Kinder ein kreatives Projekt zu Märchen der Brüder Grimm um, angeleitet von den Lehrkräften Jannis van Meerendonk und Janina Zimmermann. Aufbauend auf den Eindrücken aus Marburg entwickelten sie eigene Ideen und gestalteten mithilfe von 3D-Druckern verschiedene Exponate. So verbanden sich Literatur, Design und Technologie auf kreative Weise: Märchen wie „Aschenputtel“, „Das tapfere Schneiderlein“, „Rotkäppchen“ und „Der Wolf“ wurden in die heutige Zeit übertragen und neu interpretiert.

Den stimmungsvollen Abschluss der Erasmus+-Woche bildete eine Feier in der Schule mit einem interkulturellen Buffet, zu dem die Eltern deutsche Spezialitäten beigesteuert hatten. Ein gemeinsames Musizieren mit Gitarre, angeleitet vom spanischen Lehrer Javier Morales sowie den ARS-Schülern Alma Jung und Paul Bröchler, rundete den Nachmittag ab.

Nach einem familiären Abschlusstag traten die Gäste die Heimreise nach Spanien an – reich an Eindrücken, neuen Freundschaften und hoch motiviert, Europa und seine Kulturen weiter zu entdecken. Die ARS Pohlheim und die Region Mittelhessen werden ihnen bis nach Pamplona in guter Erinnerung bleiben.