{"id":3484,"date":"2015-03-28T23:57:40","date_gmt":"2015-03-28T22:57:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ars-pohlheim.net\/?p=3484"},"modified":"2015-03-28T23:58:56","modified_gmt":"2015-03-28T22:58:56","slug":"fuer-eine-woche-mama-und-papa-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ars-pohlheim.net\/?p=3484","title":{"rendered":"F\u00fcr eine Woche Mama und Papa sein"},"content":{"rendered":"<h3>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der ARS machen Erfahrungen mit der Elternrolle<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ars-pohlheim.net\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/20150319_104821.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3486\" alt=\"20150319_104821\" src=\"http:\/\/www.ars-pohlheim.net\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/20150319_104821-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.ars-pohlheim.net\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/20150319_104821-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.ars-pohlheim.net\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/20150319_104821-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8222;Learning by doing\u201c, ist eine der effizientesten Methoden im Kompetenzerwerb. Wenn es aber darum geht, etwas von der Verantwortung und Belastung junger Eltern hautnah zu erfahren, dann bedarf das schon eines au\u00dfergew\u00f6hnlichen Arrangements. Und so bestimmten in der zur\u00fcckliegenden Woche ungewohnte Bilder die Pausen und Unterrichtsstunden an der Adolf-Reichwein-Schule: Dort, wo sonst junge Leute \u201echillend\u201c den Pausenhof bev\u00f6lkern oder im Klassenraum \u00fcber B\u00fcchern und Heften br\u00fcteten, sah man Jungs und M\u00e4dchen mit Maxicosis oder mit einem Baby auf dem Scho\u00df.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDu, unsere hat bereits die zweite Nacht gar nicht durchgeschlafen\u201c, meint ein 15-J\u00e4hriger zu einem Schulkameraden, der grade sein Baby wie selbstverst\u00e4ndlich sanft wiegend die Flasche gibt und er sieht dabei sichtbar \u00fcberm\u00fcdet aus. Wie schnell die dunklen Ringe unter Augen entstehen, von denen die eigenen Eltern immer unglaubhafte Geschichten erz\u00e4hlen, erfuhren 20 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des Jahrgangs 10 dieser Tage im Rahmen eines Projekts mit dem Titel \u201eBaby-Bedenkzeit (c)\u201c.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nDurchgef\u00fchrt wurde das Projekt von Astrid Mekelburg, die als Sozialarbeiterin in der Schwangerschaftskonfliktberatung beim Diakonischen Werk Gr\u00fcnberg arbeitet. Initialisiert, vorbereitet, organisiert und begleitet wurde das Projekt innerhalb der Schule von Iljana Kraft-Medebach, der Sozialarbeiterin an der ARS (Caritasverband Gie\u00dfen e.V.).<br \/>\nDie Finanzierung hatten Schulgemeinde und Landkreises Gie\u00dfen \u00fcbernommen.<br \/>\nMit dem 5-t\u00e4gigen Projekt, bei dem lebensechte Baby-Simulatoren zum Einsatz kommen, soll Jugendlichen und jungen Erwachsenen die M\u00f6glichkeit geben werden, sich so realistisch wie m\u00f6glich mit den vielseitigen Aspekten und Anforderungen des Eltern-Seins auseinanderzusetzen und sie zu einer verantwortungsvollen Lebensplanung anzuregen.<br \/>\nAu\u00dferdem sollte auch vermittelt werden, dass es keine Schande ist, in einer Notlage Hilfe anzufordern. Hierzu st\u00fcnden neben dem Diakonischen Werk und der Caritas noch viele andere Einrichtungen zur Verf\u00fcgung. Aus Erfahrung wisse man, so die Referentinnen, dass die Rate der Kindeswohlgef\u00e4hrdungen drastisch sinkt, wenn Eltern auf geeignete Hilfsangebote zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ars-pohlheim.net\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/P1060138.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3488\" alt=\"P1060138\" src=\"http:\/\/www.ars-pohlheim.net\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/P1060138-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.ars-pohlheim.net\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/P1060138-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.ars-pohlheim.net\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/P1060138-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nDer kleine Ausflug in die elterliche Verantwortung an der ARS hatte es jedoch in sich! Die jungen \u201eEltern auf Probe\u201c mussten sich Tag und Nacht um ihre Babysimulatoren und in allen Alltagssituationen k\u00fcmmern. Die programmierten Tagesabl\u00e4ufe waren dabei denen echter Babys nachempfunden. Schrie das Baby, mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer herausfinden, ob es gef\u00fcttert werden wollte, ein sanftes Wiegen braucht, kr\u00e4ftiges Aufsto\u00dfen angesagt ist oder ein Windelwechsel ansteht.<br \/>\nWar alles recht getan, konnte das kleine lebensecht gestaltete Kunststoffbaby sogar zufrieden glucksen. Wurde es grob behandelt, hatte es Hunger, ist sein Kopf nicht richtig gest\u00fctzt oder lag es in einer Lage, die es nicht mochte, vermochte es allerdings auch durchdringend zu schreien.<br \/>\nEin eingebauter Chip erm\u00f6glichte die differenzierte Auswertung der Versorgung am Ende des Projektes.<br \/>\nNat\u00fcrlich wurden die jungen Probeeltern auf ihre Aufgabe umfassend vorbereitet. Gleich am ersten Tag informierte Antoinette Hofmann, ihres Zeichens Hebamme, mit viel Anschauungsmaterial \u00fcber den Verlauf einer Geburt. Anschlie\u00dfend durften jeweils Sch\u00fclerpaare ihre Baby-Simulatoren entgegen nehmen. Die Paare gaben ihren Babys Namen, die Kleinen wurden gewogen und gemessen und alle Daten in eine Geburtsurkunde eingetragen. Hiernach folgte noch eine Einweisung in die Funktionsweise der Babysimulatoren. Erst danach durften die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ihren Sch\u00fctzlingen mit nach Hause nehmen. Wie man h\u00f6rte, wechselten sich einige Paare mit der Pflege des Babys ab, andere k\u00fcmmerten sich dauerhaft gemeinsam um ihr Kind.<br \/>\nAn den folgenden Projekttagen wurden in der Schule \u00fcber Kinderwunsch, Schwangerschaft, Elternschaft und Verh\u00fctung gesprochen. Die Jugendlichen erfuhren dabei viel die physischen, psychischen, sozialen und auch finanziellen Anforderungen, die heutzutage an Eltern gestellt werden. Und nat\u00fcrlich durften die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u00fcber ihre Erfahrungen mit ihrem Baby berichten, insbesondere auch \u00fcber die mitunter drolligen Reaktionen der Mitmenschen auf die Teilnehmer des Projektes, wenn sie mit ihren Babys in der \u00d6ffentlichkeit unterwegs waren. Diese reichten von Interesse bis hin zu Kopfsch\u00fctteln und der Frage: \u201eSeid ihr nicht zu jung f\u00fcr ein Baby?\u201c.<br \/>\n\u201eDieser Rollentausch d\u00fcrfte f\u00fcr unsere jungen Leute eine Bereicherung im Sinne einer echten Lebensschule gewesen sein. Das Projekt ist dank der vielseitigen Unterst\u00fctzung und des Engagements unserer Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ein voller Erfolg geworden\u201c, zieht Sozialarbeiterin Iljana Kraft-Medebach am Ende des Projekts eine positive Bilanz.<br \/>\nBemerkenswert war auch, dass die meisten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler den jungen Eltern mit heiterem Interesse entgegenkamen. \u201eAber seid mal etwas leiser!\u201c, war dann von dem einen oder anderen jungen Papa zu h\u00f6ren, der sich bis dato noch keine Gedanken um die Lautst\u00e4rke auf dem Pausenhof gemacht hatte.<br \/>\nAls an einem Tag auch die vielen jungen Lehrkr\u00e4fte der Adolf-Reichwein-Schule ihre Babys mit in die Schule brachten, war die Schule dann fest in der Hand der kleinen Windeltr\u00e4ger. So lebensnah kann Schule sein!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der ARS machen Erfahrungen mit der Elternrolle &nbsp; &#8222;Learning by doing\u201c, ist eine der effizientesten Methoden im Kompetenzerwerb. Wenn es aber darum geht, etwas von der Verantwortung und Belastung junger Eltern hautnah zu erfahren, dann bedarf das schon eines au\u00dfergew\u00f6hnlichen Arrangements. 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